Das ITM beim 21. internationalen figuren.theater.festival 2019

Vom 24. Mai bis 2. Juni 2019 findet das 21. internationale figuren.theater.festival in Nürnberg, Erlangen, Fürth und Schwabach statt – eines der größten und wichtigsten Festivals Europas für zeitgenössisches Figuren-, Bilder- und Objekttheater an der Schnittstelle zu Tanz, Performance-Kunst und Neuen Medien. Lehrende und Studierende des ITM sind bei Koproduktionen, beim Jungen Forum sowie bei öffentlichen Inszenierungsgesprächen und anderen Aktivitäten involviert.

Mittwoch, 29. Mai, 19 und 22 Uhr, Experimentiertheater (Erlangen)
TOLL: Clown am Limit
Was passiert, wenn ein Clown im Krankenhaus auf leidende Menschen trifft? Jedes Mal, wenn er durch die Tür tritt, ist vollkommen offen, was geschehen wird: Wie reagiert man auf ihn? Wie angemessen können Späße sein, wenn Schmerzen, Angst, Frustration oder existentielle Fragen das fremde Gegenüber beschäftigen? Es beginnt eine vorsichtige Erkundung nach dem, was gemeinsam machbar sein kann. Für ein Lachen – oder wenigstens ein Lächeln – des Kranken geht der Clown an die Grenze dessen, was ihm möglich ist. „Clown am Limit“ probiert sich an einer Übersetzung der intimen und stark an die involvierten Personen gebundenen Interaktionen innerhalb eines Krankenzimmers in ein Bilder-, Objekt- und Masken-Theater.
TOLL ist ein Zusammenschluss von Theatermacherinnen und -machern mit unterschiedlichen Expertisen. Das Projekt zeigt die gewachsenen Verbindungen des Festival- und Universitätsorts Erlangen und der künstlerischen Ausbildungsstätte Stuttgart und möchte Ausgangspunkt für eine nachhaltig angelegte Kooperation sein. Für die Entwicklung der ersten szenischen Phantasien bedankt sich TOLL sehr herzlich bei den Studierenden der Projektseminare „Szenen machen I + II“ (Leitung:  André Studt) des BA Theater- und Medienwissenschaft.
Spiel: Sarah Chaudon, Stefan Drücke | Szenisches Konzept: Mikel Klein, André Studt | Lichtgestaltung: Gerd Budschigk.

Donnerstag, 30. Mai, 17 Uhr und 20.30 Uhr, Markgrafentheater (Erlangen)
Projekt 1719: Elefanten in Erlangen – Eine Spurensuche
Was geschah am 10. Januar 1719, dem Tag der Eröffnung des Erlanger Markgrafentheaters? Was wissen wir von dieser Nacht, mit der alles begann? Was gab es zu sehen und zu hören? Aus Anlass des 300. Geburtstags des Markgrafentheaters wird ein Blick zurück zum Anfang geworfen. Vier renommierte Künstlerinnen haben sich gemeinsam mit Studierenden und Dozentinnen und Dozenten des ITM auf eine Spurensuche in die Geschichte des bemerkenswerten Barocktheaters begeben. Die Recherche konnte zwar kein komplettes Bild oder den vollständigen Sound der ersten Nacht ergeben, aber eine Fülle kostbarer und spektakulärer Spuren und Bruchstücke zu Tage fördern.
Die Performance-Künstlerin und Choreografin Lindy Annis, die Objekttheater-, Schatten- und Videokünstlerin Eva Meyer-Keller, die Musiktheater-Regisseurin Sandra Leupold, Isi Kunath, Konzept- und Bildende Künstlerin, sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Projektseminars unter der Leitung von Hans-Friedrich Bormann wagen den Versuch, den heterogenen Fundstücken aus der Perspektive unserer Gegenwart neues Leben einzuhauchen.
Ein Projekt des Kulturamts der Stadt Erlangen in Zusammenarbeit mit dem ITM, unterstützt vom Theater Erlangen. Konzeption und wissenschaftliche Begleitung: Hans-Friedrich Bormann, Bettina Brandl-Risi, Clemens Risi, André Studt.

während des Festivals im Base Camp (Dreikönigstr. 1-3, Erlangen)
Junges Forum International
Das Junge Forum International ist eine Plattform für die Begegnung von Studierenden, Absolventinnen und Absolventen der Theaterhochschulen und dem Publikum. Es will Räume für Austausch schaffen und studentische Produktionen einem breiten Publikum präsentieren. Dabei versteht es sich als Werkstatt, in der Herangehensweisen diskutiert werden und der künstlerische Entwicklungsprozess im Vordergrund steht. Darüber hinaus geben Reflexionen und Workshops neue Denkanstöße und bieten Einblicke in Arbeitsweisen und Praktiken des Figurentheaters. Mit dem „Base Camp“ (Dreikönigstr. 1–3, 91054 Erlangen) hat das Junge Forum International einen festen Ort für Begegnungen und Experimente.
Im Rahmen des Jungen Forums realisiert das ITM:

  • die Ausstellung Tränen. Oder: Können Puppen weinen? (Base Camp, zu den Öffnungszeiten)
    Eine Präsentation des BA-Projektseminars „Tränen“ (Leitung: Prof. Dr. Kay Kirchmann).
    Physiologisch gesehen, ist der Mensch das einzige Lebewesen, das überhaupt Tränen vergießen kann. Aber können Puppen nicht auch weinen? Was passiert mit dem Tränenfluss, wenn er erstarrt? Ist Weinen ein kommunikativer Akt? Welchen Klang hat eine Träne? Diesen und anderen Fragen ging das Projektseminar „Tränen“ des BA-Studiengangs Theater- und Medienwissenschaft unter Leitung von Kay Kirchmann nach.
  • den Stadtspaziergang …das ist ja ein Ding! (die Daten für dieses Format werden kurzfristig bekannt gegeben)
    Ein Projektseminar unter der Leitung von André Studt.
    Studierende des ITM entwickeln einen kommentierten Stadtspaziergang, der von der These ausgeht, dass der öffentliche Raum ohne großes Zutun Situationen, Tableaus und Konstellationen aufweist, die vom Genre des Figuren-, Objekt- und Materialtheaters konzeptionell bzw. szenisch thematisiert werden.

Darüber hinaus ist das ITM an dem Gesprächsformat Tiefenbohrungen – Figurentheater analysieren beteiligt: Studierende des Studiengangs Figurentheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (Dozentin: Anke Meyer) und des ITM (MA Theaterpädagogik, Dozentin: Andra-Maria Jebelean) treffen sich in einem gemeinsamen Format und laden dazu ein, über ausgewählte Aufführungen des Festivals zu sprechen. Eingeleitet werden die öffentlichen Gespräche von kurzen Statements der Studierenden, die auch die Moderation übernehmen.
Folgende Inszenierungen sollen besprochen werden, der Eintritt ist frei:

  • Mittwoch, 29. Mai, 12 Uhr (Base Camp):
    Romeo Castellucci / Socìetas Raffaello Sanzio: On the Concept of the Face, Regarding the Son of God, Julian Hetzel: The Automated Sniper, Tangram Kollektiv: Ein Fisch im Weltraum
  • Samstag, 1. Juni, 12 Uhr (Base Camp):
    TOLL: Clown am Limit, Rabih Mroué: Rima Kamel, Olivier de Sagazan: Transfiguration

während des gesamten Festivals im Anschluss an ausgewählte Vorstellungen
Inszenierungsgespräche
Im Anschluss an ausgewählte Aufführungen finden Gespräche mit den Künstlerinnen und Künstlern statt, die von aktiven und ehemaligen Dozentinnen und Dozenten des ITM moderiert werden.
Zu folgenden Vorstellungen wird es im Anschluss ein Gespräch geben:

  • Samstag, 25. Mai, 19 Uhr, Experimentiertheater (Erlangen)
    Eva Meyer-Keller: Some Significance
    Moderation: Bettina Brandl-Risi
  • Sonntag, 26. Mai, 19.30 Uhr, Markgrafentheater (Erlangen)
    Romeo Castellucci / Socìetas Raffaello Sanzio: On the Concept of the Face, Regarding the Son of God
    Moderation: Clemens Risi – in englischer Sprache
  • Sonntag, 26. Mai, 19.30 Uhr, Kulturforum (Fürth)
    Meinhardt & Krauss cinematographic theatre: Robot Dreams
    Moderation: Hans-Friedrich Bormann
  • Sonntag, 26. Mai, 20 Uhr, Tafelhalle (Nürnberg)
    Rabih Mroué: Rima Kamel
    Moderation: Bernd Noack – in englischer Sprache
  • Montag, 27. Mai, 20 Uhr, Redoutensaal (Erlangen)
    Julian Hetzel: The Automated Sniper
    Moderation: Hans-Friedrich Bormann
  • Dienstag, 28. Mai, 17 Uhr, Glocken-Lichtspiele (Erlangen)
    Theater Chemnitz:  Wenn mich einer fragte …
    Moderation: André Studt – mit Übertragung in deutsche Gebärdensprache
  • Mittwoch, 29. Mai, 20.30 Uhr, Redoutensaal (Erlangen)
    Rabih Mroué: Rima Kamel
    Moderation: N.N. – in englischer Sprache
  • Donnerstag, 30. Mai, 20.30 Uhr, E-Werk (Erlangen)
    Berlin: True Copy
    Moderation: Rainer Hertwig – in englischer Sprache
  • Freitag, 31. Mai, 20 Uhr, Tafelhalle (Nürnberg)
    steptext dance project: Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte
    Moderation: Katja Prussas
  • Samstag, 1. Juni, 19.30 Uhr, Theater in der Garage (Erlangen)
    Barbara Matijević & Guiseppe Chico: Forecasting
    Moderation: Rainer Hertwig – in englischer Sprache
  • Samstag, 1. Juni, 20 Uhr, Tafelhalle (Nürnberg)
    Berlin: True Copy
    Moderation: Tessa Theisen – in englischer Sprache
  • Sonntag, 2. Juni, 20 Uhr, Kulturforum (Fürth)
    Samuel Koch & Robert Lang: Ein Bericht für eine Akademie
    Moderation: Herbert Heinzelmann

 Veranstaltungsort: Experimentiertheater

Weitere Hinweise / Aktivitäten

Unter dem Kürzel #g#d#d (Gesellschaft, Demokratie, Digitalität) werden – im Kontext der Bewerbung Nürnbergs mit der Metropolregion zur Kulturhauptstadt Europas 2025 und unterstützt von der Arbeitsgemeinschaft Kultur im Großraum – das inhaltliche und gesellschaftliche Potenzial dieser Themen mit Blick auf die Arbeiten, die das Festival präsentiert, befragt. Viele Inszenierungen zeigen, dass gesellschaftliche Wandel durch die Digitalisierung und die Veränderungen demokratischer Strukturen sowie die Wechselwirkungen zwischen beiden Phänomenen im zeitgenössischen Figurentheater intensiv verhandelt und reflektiert werden. Demokratie soll aber nicht nur theoretisch behandelt werden, das Festival demokratisiert sich in diesem Jahr auch selbst. Zahlreiche frei zugängliche, teilweise partizipative Formate im öffentlichen Raum und an ungewöhnlichen Orten, Projekte in den Stadtteilen, Feedback-Stationen an den Spielstätten und neue Formate im Begleitprogramm verdeutlichen das unter dem Motto: Eintritt frei!

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