Publikation

Moskatova, Olga: Male am Zelluloid. Zum relationalen Materialismus im kameralosen Film. Berlin: Universität der Künste, 2018.

Die Dissertation beschäftigt sich mit Materialitäten und Materialien im kameralosen Film und nimmt dabei seine aktuelle, vor dem Hintergrund technologischer Verschiebungen diskutierbare Renaissance zum Ausgangspunkt. Dies dient nicht dazu, eine weitere Geschichte des Avantgarde- und Experimentalfilms zu schreiben, sondern den kameralosen Film als eine materielle Praktik aus theoretisch-analytischer Perspektive aufzuarbeiten. Das Materielle – in seinen konzeptionellen Varianten als Materie, Material oder Materialität – wird dabei als ein problematischer „Begriff“ verstanden, der auf eine vorbelastete Diskursgeschichte zurückblickt und zugleich selten als alleinstehender Term auftritt: Den theoretischen Schauplatz betritt das Materielle vorrangig mit einem als immateriell codierten Korrelat und damit in konzeptionellen Zweiheiten. Die sich dadurch aufdrängende Herausforderung, das Verhältnis der beiden Pole zueinander zu bestimmen, durchzieht hierbei alle medienwissenschaftlichen, bildwissenschaftlichen und medienästhetischen Leitbegriffe, die ihre diskursive Bündelung in der basalen, aber fragwürdigen Unterscheidung zwischen Materialität und Immaterialität haben. Vor dem Hintergrund der These, dass das Materielle darüber hinaus immer wieder als ein Funktionsbegriff, d. h. ein leerer Platzhalter, verwendet wird, schlägt die Arbeit vor, nicht eine als problematisch eingestufte Verhältnisbestimmung durch eine andere zu ersetzen, sondern zuallererst bei der Konzeption von Verhältnissen und Relationen selbst zu beginnen. Dies wird in Rückgriff auf Gilbert Simondons Individuations- und Relationsphilosophie geleistet, um eine relational-pluralistische, dem Operativen verpflichtete Perspektive auf Materialien zu skizzieren. Im Durchgang durch die Filmkapitel, die sich schwerpunktmäßig den handgemachten, den kontaktbasierten und autogenerativen Praktiken der Bild- und Tonherstellung widmen, zeichnet sich der Entwurf der ästhetischen Objekte als Plurividuen (statt Individuen), als Vielheiten und Gefüge mehrstelliger Relationalität, ab.

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