Publikation

Moskatova, Olga: Mensch-Maschinen-Auge: Das filmische Motiv vom künstlichen Sehen. Marburg: Tectum, 2009.

Das Motiv der Kamera als künstliches Auge durchzieht die Entwicklung der Fotografie und des Films seit ihren Anfängen mit der Camera obscura. Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bei der künstlerischen Avantgarde der 20er Jahre bildet die Metapher „Kamera-Auge“ einen zentralen Aspekt des theoretischen und praktischen Schaffens der Fotografen und Filmemacher. Die Analogie bezieht sich sowohl auf die optische Konstruktionsweise, als auch auf Wahrnehmungsparallelen und Gedächtnismetaphern. Dabei wird einerseits das menschliche Sehen technisiert, andererseits die Kamera vermenschlicht. Olga Moskatova sieht im Motiv des Mensch-Maschinen-Auges die Technisierung des Sehens dargestellt. Anhand zahlreicher Filmklassiker reflektiert sie das Subjektive sinnlicher Wahrnehmung im Spannungsverhältnis zwischen deterministischen und optimistischen Medienpositionen. Der Bogen spannt sich von Autorenfilmen wie Man with a Movie Camera, Blow Up über Unrequited Love bis zu unterhaltenden Hollywoodproduktionen á la Staatsfeind Nr. 1.Dabei tritt die gegenwärtige Dominanz des Visuellen in den abendländischen Gesellschaften offen zutage – mit ihren Ängsten und Hoffnungen.

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