Künstlerische Gastdozentur

Seit 2009 lädt das Institut für Theater- und Medienwissenschaft je Semester eine künstlerische Persönlichkeit aus den Bereichen Theater, Performance und Bildende Kunst ein, mit den Studierenden in einen Austausch über Fragen der künstlerischen Praxis zu treten. Dabei werden Formate jenseits der universitären Vorlesungs- und Seminarstrukturen erprobt, die von einem dialogischen Austausch bis hin zu einem gemeinsam erarbeiteten Projekt reichen können.

Bislang waren am ITM zu Gast:

Lindy Annis (Performancekünstlerin)
Im Sommersemester 2012 zu Gast im Rahmen des Projektseminars „Bodies of Emotion“ (Prof. Bettina Brandl-Risi), Artist Talk am 30. April 2012 im Experimentiertheater.

We will explore museums, archives, public places, books, newspapers, magazines, the internet, and our own daily lives, collecting gestures, poses and body images of all kinds of emotions. We will share, compare, discuss, try on and try out what we find. What does it mean to perform and embody emotions we find in historically distant images of art history or in our friend’s Facebook account? Are they related? Where does the idea of a performative inventory of emotions lead us? How can we enact the archive of emotions? How can performance be understood as a method of thinking or research? This project is inspired by the art historian Aby Warburg’s work on emotions in art and the afterlife of images. We will use an introductory reading, watch some DVDs, look at a lot of images, take a lot of photographs, explore our own body language and work with the forms of installation and performance. We will start with individual projects and then develop small group projects with the possibility of a presentation on the last evening of the seminar.

Weitere Informationen: www.lindyannis.net.

 

Marc Becker (Autor und Regisseur)
Im Wintersemester 2011/12 zu Gast im Rahmen der interdisziplinären Werkstatt „TextKörper“ in Kooperation mit dem Institut für Sinologie der FAU und dem Konfuzius-Institut Erlangen-Nürnberg.

Im Zentrum der Werkstatt steht das Theaterstück „Lebensansichten zweier Hunde“ des chinesischen Theaterautors Meng Jinghui, der darin das Schicksal zweier Wanderarbeiter in der Großstadt thematisiert. Ziel der Veranstaltung ist es, mit verschiedenen Gästen die unterschiedlichen Facetten des Textes Meng Jinghuis und seine Transformationen fächerübergreifend zu diskutieren. Der Autor und Regisseur Marc Becker wird von seiner Schreib- und Theaterarbeit berichten und so Einblicke in die Verbindungen von Impuls – Idee – Inszenierung bieten.

Weitere Informationen zu Marc Becker.

 

Mathilde Rosier (Malerei, Installation, Performance)
Im Sommersemester 2011 zu Gast mit einem Workshop zu ihrer Ausstellung „Rite de passage“ im Kunstpalais Erlangen (8. April bis 12. Juni 2011).

Objekte, Rauminstallationen, Kostüme und Bilder lassen in der Erlanger Ausstellung eine durchgehende märchenhafte Handlung erahnen. Mathilde Rosiers Werke erzählen allerdings nur scheinbar Geschichten aus vergangenen Tagen. Sie halten vielmehr die Zeit an und fordern durch ihre rätselhafte Beredsamkeit dazu auf, sie mit zeitgenössischen Bedeutungen zu füllen. In ihrer Performance-Arbeit lässt die Künstlerin in mystischen wie rätselhaften Aktionen unsere Sehnsucht nach Ritualen spürbar werden. Durch eine Kombination von Malerei, Musik und Theater konstruiert sie traumähnliche Situationen, die den Betrachter Raum und Zeitgefühl verlieren lassen. Gleichzeitig formuliert Mathilde Rosier innerhalb dieser von Empathie erfüllten Szenerien eine klare Analyse unserer Sehnsucht nach Zeremonien, nach deren Codes und Effekten. In ihrem Workshop wird sie über ihre künstlerische Arbeit und deren theoretischen und historischen Hintergrund sprechen und mit den Teilnehmer/innen diskutieren.

 

Anna Mendelssohn (Schauspielerin, Performancekünstlerin, Regisseurin)
Im Wintersemester 2010/11 zu Gast mit einem Workshop, in Kooperation mit dem Festival ARENA… der jungen Künste 2011.

Treten wir in Dialog über den Dialog! Was ist ein Dialog, was unterscheidet ihn vom Monolog, vom Interview? Welche Bedeutung messen wir ihm bei, welche Hoffnungen legen wir in ihn, welches Chaos vermag er mitunter anrichten?  Dialog ist Kommunikation, Kommunikation mit Anderen und Anderem. Worüber wollen wir reden, sollen wir reden, wie reden wir darüber? Welche Ideologien sind mit dem Dialog verknüpft, vielleicht schon Klischee? Welche persönlichen oder politischen Dimensionen kann der Dialog annehmen? Was passiert mit dem Zuschauer, wenn sich die Darsteller im Dialog einander zuwenden? Wird er unweigerlich zum Voyeur? Was tun mit der vierten Wand? Wo treten wir in Dialog? Verschiedene Formen sollen von den Teilnehmern gesammelt und erprobt werden… „innerer Dialog“, Interviewsituationen, Diskussionsrunden, politische Debatten… Eigene Ideen sind erwünscht! Ziel des Workshops ist, einen Weg zu finden, die Arbeit am Dialog nach außen zu tragen – in welcher Form, entscheiden die Teilnehmer (Hörspiel, Sound- installation, Dialog-“Aktivisten“ für eine Intervention des urbanen Raums… ).

Weitere Informationen: www.toxicdreams.at bzw. www.superamas.com.

 

Helena Waldmann (Regisseurin)
Im Sommersemester 2010 zu Gast mit einem Workshop, in Kooperation mit der Tafelhalle Nürnberg.

Erinnern an Text, Schrittfolgen und Absprachen sind nicht nur im Theater ein Gebot. Die Kultur geht aus von der Erinnerung und betrachtet das Vergessen als das Anormale. Das Vergessen ist so etwas wie eine Krankheit, dabei geschieht das Vergessen ganz natürlich, Erinnerung ist faktisch eine Leistung.
Und was ist so falsch am Vergessen? Wohl, dass es kein absichtliches Vergessen gibt. Schon die kleinen Aussetzer im Alltag, der verlegte Regenschirm, der Name, der nur auf der Zunge liegt, gibt eine Ahnung vom komplexen Vorgang des Versagens von Erinnerung und Gedächtnis. Dabei könnte man das Vergessenmüssen durchaus auch positiv verstehen. Vergessen macht frei für neues Handeln. Nur durch das Vergessen entsteht die Möglichkeit der totalen Erneuerung, die Fähigkeit, neu zu sehen. In dem Workshop wollen wir gemeinsam auf praktische Weise  die Kunst des Vergessens als eine ars oblivionalis untersuchen.

Weitere Informationen: www.helenawaldmann.com.

 

Jörg Laue (Performance, Bildende Kunst, Neue Musik, Texte)
Im Wintersemester 2009/10 zu Gast mit einem Projektseminar: „Die Zeit ist aus den Fugen – performative Strategien der Entschleunigung“.

Obwohl – oder weil? – das Vergehen von Zeit offenkundig ein allen performativen Künsten gemeinsames Kriterium ist, rückt dessen spezifische Erfahrbarkeit kaum in den Fokus künstlerischer Praxis. In dem Blockseminar sollen deshalb Arbeitsstrategien erörtert und erprobt werden, durch die Shakespeares berühmtes Hamlet-Zitat „the time is out of joint“ als performative Praxis lesbar wird. Unter Einbeziehung kompositorischer Ansätze in der Musik und mit Blick auf ein Konzept performativer Polyphonie konzentrieren wir uns dabei auf jene Entschleunigungspotentiale, die von der Bearbeitung von Klängen und (Video-) Bildern ausgehen können. Hierzu betrachten wir Bildfrequenzen, Pixeldichten, Sampleraten und andere (Wahrnehmungs-) Rasterungen medialer Speichersysteme, mit denen sich produktiver Unfug treiben läßt. Und wir untersuchen die Potentiale, die sich aus Material-Reduktionen und -Transformationen ergeben.

Weitere Informationen: www.losecombo.de.

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