Tagung »Tangieren – Praktiken und Arrangements des Berührens in den performativen Künsten« am 12. und 13. April 2018

Das DFG-Netzwerk „Berühren – Literarische, mediale und politische Figurationen“ veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft der FAU und dem Theater Erlangen am 12. und 13. April eine Tagung zum Thema „Tangieren – Praktiken und Arrangements des Berührens in den performativen Künsten“. Veranstaltungsort ist das Experimentiertheater der FAU in der Bismarckstraße 1 in Erlangen.

Den performativen Künsten und Kulturpraktiken eignet ein besonderes Verhältnis zu Formen des Berührens. Ritus, Tanz, Theater und Oper erzeugen multisensorische Erfahrungsräume, die sich durch die körperliche Co-Präsenz von Agierenden, Architektur, Ausstattung und Publikum auszeichnen, die in vielschichtigen Berührungsverhältnissen zueinander stehen.

So kennt etwa das Theater auf nahezu allen denkbaren Kanälen Ausprägungen des Berührens: vom Kontakt der Schauspielerkörper mit dem Bühnenboden, den Masken und Requisiten, über körperliche, verbale und affektive Gesten in der Bühnenhandlung, bis zum Gerührt-, Aufgerührt- und Bewegtwerden der Rezipienten durch auditive, visuelle, haptische und olfaktorische Eindrücke. Auch der Film erzeugt auf und jenseits der Leinwand, dem Kontaktstoff zum Publikum, unter anderem durch Kameraführung, Lichtgestaltung, Schnitt- und Montagetechnik komplexe taktile Relationen. Für die Ausstellungspraxis gilt es zu fragen, wie Exponate über das Hindernis des Berührungsverbots hinweg sinnlich erfahrbar werden können. Kulturgeschichtliche Museen laden indes auch ihre erwachsenen Besucher zunehmend zum Anfassen ein.

Den medialen und ästhetischen sowie den politischen und sozialen Voraussetzungen und Implikationen des Berührens in performativen Künsten und Kulturpraktiken geht die Tagung aus interdisziplinärer Perspektive in vier verschiedenen Sektionen nach.

Programm

Donnerstag, 12. April

13.00 Uhr
Begrüßung und Einführung

SEKTION 1: VORFELDER (Moderation: Clemens Risi und Sandra Fluhrer)

13.30 – 15.00 Uhr

  • Susanne Gödde (Berlin): Kontaktmagie. Zur Inszenierung der rituellen Berührung in der griechischen Tragödie
  • Johannes Ungelenk (Potsdam): „Touching this dreaded sight“. Theatre’s offence in Shakespeare’s Hamlet and The Tempest

15.30 – 17.00 Uhr

  • Hanna Sohns (München): Kinematographische Reliquien – Spuren des Berührens in Pasolinis Teorema
  • Cornelia Ortlieb (Erlangen): Fortgesetzte Übergriffe. Objekte des Vergessens und die museale „Geschichte zum Anfassen“

SEKTION 2: ZEITLICHKEITEN, TEIL 1 (Moderation: Daniel Kazmaier)

17.30 – 18.15 Uhr

  • Gerko Egert (Gießen): Relationale Körper. Berührung, Rhythmus, Affekt

SCREENING UND GESPRÄCH

18.30 – 20.00 Uhr

  • Jakob Arnold (Bochum) und Jakob Gehlen (Berlin/München): Status der Berührung. Theaterpraxis auf und neben der Bühne

Freitag, 13. April

SEKTION 2: ZEITLICHKEITEN, TEIL 2 (Moderation: Daniel Kazmaier)

9.30 – 11.00 Uhr

  • Kay Kirchmann (Erlangen): Zwischen Blendung und Berührung. Licht und Schatten als taktile Phänomene im Film
  • Alexander Waszynski (Erfurt): Tastsinn des Mediums. Claire Denis’ Beau Travail

SEKTION 3: ÜBERFORDERUNGEN (Moderation: Alexander Waszynski)

11.30 – 13.00 Uhr

  • Clemens Risi (Erlangen): Oper als Überforderung. Historische und aktuelle Praktiken der Ansteckung zwischen Zumutung und Begeisterung
  • Johannes Kleinbeck (München): Fensterschreiben – Werner Hamachers Lektüre einer „zarten Berührung“

14.30 – 15.15 Uhr

  • Bettina Brandl-Risi (Erlangen): „In many hands“ – Berühren im Publikum

SEKTION 4: BERÜHRUNGSPOLITIK (Moderation: Jakob Gehlen)

15.30 – 17.00 Uhr

  • Julia Prager (Dresden): Die Geste der Scham als Geste der Berührung. Spielweisen des Berührens im zeitgenössischen Theater der Fliehenden
  • Sandra Fluhrer (Erlangen): Glitschiges Terrain. Überlegungen zum Aggregatzustand theatraler Erfahrung von Homer bis Carl Schmitt

17.30 – 18.15 Uhr

  • Katia Schwerzmann (Philadelphia): „Coupling Parts That Are Not Supposed to Touch“. Performativität der Berührung in den neuen Materialismen

18.15 – 19.00 Uhr
Abschlussdiskussion

Organisation und Kontakt:
Sandra Fluhrer (sandra.fluhrer[at]fau.de) und Alexander Waszynski (alexander.waszynski[at]uni-erfurt.de)

Weitere Informationen:
www.netzwerk-beruehren.de

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D-91054 Erlangen

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Department Medien­wissen­schaften und Kunst­geschichte

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